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David Sedaris irrte sich. „Als Kind“, schrieb der Humorist einmal, „nahm ich an, dass ich als Erwachsener erwachsene Gedanken haben würde.“ Zum Glück war dem nicht so. Sein Erzählstil und sein Humor sind einzigartig. Doch David ist überzeugt: „Wenn ich es kann, kannst du es auch.“ Sein Online-Kurs MasterClass soll dir das nötige Rüstzeug geben, um ein besserer Geschichtenerzähler zu werden und dabei dein Publikum zum Lachen zu bringen. In diesem Testbericht gehen wir dieser Behauptung auf den Grund. Wir betrachten MasterClass selbst, meine fünf wichtigsten Erkenntnisse aus Davids Online-Kurs und beantworten schließlich die entscheidende Frage: Lohnt es sich?
David Sedaris & MasterClass
David ist natürlich der Bestsellerautor von Werken wie „Me Talk Pretty One Day“ und „Let's Explore Diabetes with Owls“ . Er schreibt persönliche, satirische Essays und Memoiren über seinen Alltag. In seinem Online-Kurs vermittelt David in 14 Videolektionen von jeweils 10–20 Minuten Länge seine Herangehensweise an das Geschichtenerzählen und den Humor. Wie jeder Kurs beinhaltet auch dieser ein umfangreiches Arbeitsbuch zum Durchblättern und Behalten. Insgesamt ist es eine fesselnde und unterhaltsame Entdeckungsreise in die Kunst des humorvollen Schreibens.
Für alle, die MasterClass noch nicht kennen: Es handelt sich um eine beliebte Online-Lernplattform. (Bei Interesse empfehle ich meine ausführliche MasterClass-Rezension .) Mit ihren Kursen, Vorlesungen und Tutorials kann man sich bequem von zu Hause aus neue Fähigkeiten aneignen. Und zwar nicht von irgendwelchen Dozenten wie mir. Das Besondere an MasterClass ist: Alle Kurse werden von den Besten ihres Fachs geleitet. Und von David Sedaris. Zumindest sieht es der bescheidene Autor dieser Zeilen wohl so.
Jede MasterClass-Produktion hat ihren ganz eigenen Charakter, der auf den jeweiligen Dozenten zugeschnitten ist. Sedaris' Arbeit zeichnet sich durch trockenen Humor und seine Fähigkeit aus, in nahezu jeder Situation etwas Komisches zu entdecken. Das spiegelt sich auch in seinen Videolektionen wider, die sich wie ein entspanntes Gespräch am Kamin mit David anfühlen. In diesem Gespräch behandelt der Humorist verschiedene Aspekte des satirischen Schreibens. Er zeigt, wie man in eine Geschichte einsteigt, eine Verbindung zum Leser aufbaut, über geliebte Menschen schreibt, einen gehaltvollen Schluss findet und sich als Autor weiterentwickelt.
Die 5 wichtigsten Erkenntnisse
Soweit zu den wichtigsten Punkten dieser MasterClass-Rezension von David Sedaris. Hier sind meine fünf wichtigsten Erkenntnisse aus seinem Online-Kurs.
1. Die Kunst der Beobachtung
David hat die Gabe, alltägliche Begegnungen in humorvolle Essays zu verwandeln. Im Laufe des Kurses teilt der preisgekrönte Autor Anekdoten und Beispiele aus seinem Leben und seinem Schreiben, die gleichermaßen urkomisch wie aufschlussreich sind. Doch was so mühelos wirkt, ist alles andere als zufällig. Woher nimmt er die Inspiration, die Absurditäten des Alltags einzufangen? Davids Antwort lautet: Sie ist überall, man muss nur genau hinsehen.
Der Schlüssel liegt darin, echtes Interesse an anderen Menschen zu zeigen und die Umgebung bewusst wahrzunehmen. David, ganz altmodisch, erklärt, wie wirkungsvoll es ist, das Handy wegzulegen und keine Notizen zu machen, während man sich mit anderen unterhält. Man sollte gezielt nach Gelegenheiten suchen, mit anderen ins Gespräch zu kommen und den Moment nicht verderben. Außerdem hat er ein paar unerwartete Fragen parat, um andere ins Gespräch zu bringen. Wann haben Sie das letzte Mal einen Affen berührt?
2. Den eigenen Stil finden
David sieht es als seine berufliche Pflicht an, „Witze“ und „verblüffende Bilder“ zu sammeln. Er schreibt über sein eigenes Leben und die Menschen, denen er begegnet. Sein Unterricht spiegelt deutlich seinen über Jahrzehnte entwickelten persönlichen Stil wider. Dennoch möchte er nicht, dass seine Studenten ihn kopieren. Stattdessen gibt er ihnen das Rüstzeug, um ihre eigene Stimme zu finden. Für mich war das Führen eines Tagebuchs das hilfreichste.
Das Führen eines Tagebuchs gibt einem einen Anreiz, täglich zu schreiben und es zur Gewohnheit zu machen. So sammelt man neue Ideen und übt, seine Beobachtungen in Worte zu fassen. David empfiehlt, das Tagebuch nicht zu bewerten oder zu kritisieren. Er nutzt es als Aufwärmübung, aber auch als Materialspeicher, aus dem er später Essays verfasst. Mir persönlich hat diese Praxis geholfen, meine Interessensgebiete zu entdecken, was mich schließlich dazu brachte, über kritisches Denken zu schreiben.
3. Davids Humor
Mit seinem trockenen und ernsten Auftreten erinnert mich David sehr an die verstorbenen Satiriker Ephraim Kishon und Loriot. Herr Sedaris mag zwar den Eindruck erwecken, längst erwachsen zu sein. Doch das ändert sich erst, wenn seine Texte seine noch recht unreifen Gedanken offenbaren. Humor entsteht immer dann, wenn seine würdevolle Persönlichkeit im Kontrast zu den aberwitzigen Beobachtungen steht, insbesondere zu denen über sich selbst. Und David besitzt die Fähigkeit, bewusst zu analysieren, warum sein Humor so gut funktioniert.
Er erklärt, wie sich jede Situation durch eine Mischung aus Selbstironie und Übertreibung bis ins Absurde ausdehnen lässt. Das folgende Beispiel aus Davids Tagebuch veranschaulicht dies sehr gut. Es stammt von einem Tag, an dem er einen Notarzt traf, der ihm von Patienten erzählte, die behaupteten, gestolpert zu sein und nun etwas im After stecken zu haben.
Okay, ich bin ziemlich tollpatschig. Ich stolpere ständig, aber mir ist noch nie eine Pfeffermühle im Hintern stecken geblieben, nicht
mal ansatzweise. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nackt, mit je einer eingefetteten Pfeffermühle in den Händen und einem Kerzenkasten um den Hals, alle Treppen im Empire State Building hinunterstürzen
und trotzdem mit leerem Darm in der Lobby landen könnte.
4. Die Kontrolle abgeben
Apropos Heiterkeit: Eine Lektion, die David auf die harte Tour lernen musste, betrifft den Wunsch eines Autors, sein Schreiben zu kontrollieren. Diese Kontrolle abzugeben, kann nicht nur zu unerwarteten, zufälligen Inspirationen führen, sondern einen auch während des Schreibprozesses an unerwartete Orte bringen. Sein Rat ist einfach: Glaubt nicht der Illusion, ihr hättet die Kontrolle darüber, wohin die Geschichte führt.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Haltung ist Sedaris' Betonung der Überarbeitung. Anstatt ein bestimmtes Selbstbild oder einen Witz krampfhaft zu inszenieren, empfiehlt er, sich rigoros von unpassenden Ideen zu trennen. Das Arbeitsbuch liefert konkrete Beispiele dafür, wie er seine eigenen Texte überarbeitet, und gibt praktische Tipps, wie man Probleme in einem Entwurf erkennt und behebt. Tatsächlich verdankt er seine vermeintliche Mühelosigkeit beim Schreiben etwa 12 bis 18 Überarbeitungen, bevor er den Text überhaupt seinem Lektor übergibt.
Das mag zunächst abschreckend klingen. Es erinnert uns aber auch daran, dass der Erfolg eines veröffentlichten Schriftstellers größtenteils auf harte Arbeit, Beständigkeit und Ausdauer zurückzuführen ist und weniger auf Talent.
5. Schreiben vs. Veröffentlichen
Die MasterClass von David Sedaris schließt mit einem wertvollen Ratschlag für angehende Autoren ab. Einer davon hat mich persönlich sehr berührt. Es geht um einen entscheidenden Unterschied, der oft übersehen wird und dem Gefühl des Loslassens eine weitere Dimension verleiht.
Verwechsle nicht das Veröffentlichen mit dem Schreiben. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Überlass das Veröffentlichen den Profis. Das ist nicht deine Aufgabe. Ich habe 15 Jahre lang jeden Tag geschrieben, bevor mein erstes Buch erschien. Das kam mir normal vor. Ich verwerfe etwa ein Drittel von dem, was ich schreibe. Auch das ist für mich normal. Manchmal geht es leicht von der Hand, meistens aber nicht. Auch das ist für mich normal.
Denn wenn du nur um des Schreibens willen schreibst, weil du es musst, schreibst du ohnehin nicht, um gelesen zu werden. Dann kannst du Misserfolge akzeptieren, da du weißt, dass sie dich als Autor weiterbringen. In diesem Sinne ermutigt David dich, jeden Tag zu schreiben, dein Schreiben zu verbessern und herauszufinden, wohin dich deine Leidenschaft führt.
Lohnt sich David Sedaris' MasterClass?
David Sedaris ist ein Meister seines Fachs. Seine Einblicke in den Schreibprozess sind gleichermaßen nachvollziehbar wie tiefgründig. Die Videolektionen sind professionell produziert, strukturiert und vor allem hervorragend präsentiert. Das Arbeitsbuch enthält Davids Buchempfehlungen, humorvolle Anekdoten aus seinem persönlichen Umfeld und Schreibproben aus verschiedenen Phasen des Bearbeitungsprozesses.
Mir persönlich haben die MasterClass-Kurse von David Sedaris geholfen, meine noch etwas kindlichen Gedanken in humorvolle Essays zu verwandeln. Er verfügt über einen großen Wissens- und Erfahrungsschatz, den er gerne weitergibt, und seine Erkenntnisse sind sicherlich für Autoren aller Niveaus und Genres wertvoll. Vielleicht gehören Sie ja auch dazu. Wenn Ihnen diese Rezension gefallen hat und Sie meine Arbeit unterstützen möchten, können Sie sich gerne über meinen MasterClass-Affiliate-Link .
